30 June 2026, 16:32

Apothekenreform: Präsident Hoffmann warnt vor Scheideweg für das Gesundheitssystem

Hoffmann: "Jetzt müssen Gespräche geführt werden"

Apothekenreform: Präsident Hoffmann warnt vor Scheideweg für das Gesundheitssystem

Dr. Armin Hoffmann, Präsident der Apothekerkammer Nordrhein, hat zu dringenden Gesprächen mit der Politik aufgerufen, um den Entwurf zur Apothekenreform mitzugestalten. Er bezeichnete die aktuelle Phase als entscheidenden Scheideweg für das Gesundheitssystem in Deutschland, da die Kluft zwischen Angebot und Nachfrage immer größer werde. Seine Äußerungen erfolgen vor dem Hintergrund wachsender Bedenken gegenüber den von der Regierung geplanten Änderungen der Apothekenvorschriften.

Hoffmann betonte, dass die Bewahrung des eigenverantwortlich geführten Apothekenmodells weiterhin von zentraler Bedeutung sei. Gleichzeitig räumte er ein, dass Reformen unvermeidbar seien – nicht zuletzt wegen der sinkenden Gesundheitskompetenz unter Patientinnen und Patienten. Zwar seien viele Teile des Reformentwurfs notwendig, sie bergen seiner Ansicht nach jedoch erhebliche Risiken für den Berufsstand.

Der ABDA-Vorstand hat fünf zentrale Punkte im Gesetzesentwurf ausgemacht, die nachgebessert, korrigiert oder erweitert werden müssten. An erster Stelle steht die Forderung nach einer Erhöhung der Festbetragsvergütung für Apotheken. Ursprünglich hatte der Koalitionsvertrag Hoffnung auf eine bessere Bezahlung gemacht, doch nach der Vorstellung der Eckpunkte durch Gesundheitsministerin Nina Warken beim Deutschen Apothekertag kamen Zweifel auf.

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Hoffmann skizzierte einen klaren Zeitplan für das weitere Verfahren im Parlament: Der Kabinettsentwurf soll am 17. Dezember beraten werden, die erste Lesung im Bundestag ist bis Ende Januar geplant. Der gesamte Prozess soll bis Ende April abgeschlossen sein. Öffentliche Proteste wurden bewusst auf den Zeitraum nach der Kabinettsbefassung verschoben, um den Dialog mit den politischen Entscheidungsträgern nicht zu gefährden.

Hoffmann machte deutlich, dass die Vergütungsfrage im Reformprozess absolute Priorität haben müsse. Die ABDA setze sich weiterhin dafür ein, dass das finale Gesetz die drängendsten Anliegen des Berufsstands aufgreife. Die kommenden Monate werden zeigen, ob der Entwurf noch nachgebessert werden kann, bevor er in Kraft tritt.

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