17 March 2026, 04:23

Abschied vom Berliner Buchstabenmuseum: 3.500 Neonbuchstaben suchen ein neues Zuhause

Eine Vintage-Postkarte mit mehreren Bildern von Berlin, darunter Gebäude, Bäume und eine Statue, mit handgeschriebener Schrift auf der Vorderseite.

Abschied vom Berliner Buchstabenmuseum: 3.500 Neonbuchstaben suchen ein neues Zuhause

Das Berliner Buchstabenmuseum schließt am Montag seine Türen

Das Berliner Buchstabenmuseum, in dem rund 3.500 Neonbuchstaben ausgestellt sind, wird an diesem Montag für immer schließen. Finanzielle Schwierigkeiten – darunter halbierte Besucherzahlen seit der Pandemie und explodierende Energiekosten – haben die Schließung erzwungen. Bis Ende des Jahres bleibt das Museum noch an seinem aktuellen Standort unter dem S-Bahn-Bogen 424 in der Nähe des Bahnhofs Bellevue in Mitte geöffnet.

Die Sammlung des Museums birgt großes kulturelles und historisches Erbe: Sie bewahrt Schilder aus Berlin und darüber hinaus. Zu den bekanntesten Exponaten zählt der Neon-Zierfisch, der 40 Jahre lang eine "Pfefferkuchen"-Hochhausfassade am Frankfurter Tor in Friedrichshain erleuchtete. Das Original aus den frühen 1980er-Jahren wurde nach seiner Demontage gerettet, während um 1999 eine Replik installiert wurde. Daneben zeigt das Museum historische Schilder von Läden, Bahnhöfen und Institutionen – ein Einblick in die DDR- und deutsche Geschichte.

Gründerin und Leiterin Barbara Dechant hat das Museum mit Unterstützung eines Vereins von 120 Mitgliedern aufgebaut. Zu ihnen gehört auch Lucas de Groot, der Designer der Schriftart dieser Zeitung. Doch trotz aller Bemühungen machten steigende Betriebskosten und sinkende Besucherzahlen die Fortführung des Projekts unmöglich.

Dechant und ihr Team suchen nun nach Lösungen: Sie benötigen einen Lagerraum für die Sammlung und hoffen, dass eine andere Institution die Museumsarbeit übernehmen wird.

Die Schließung markiert das Ende einer Ära für das Berliner Buchstabenmuseum, das jahrzehntelang typografische und städtische Geschichte bewahrt hat. Ohne neue Fördergelder oder einen Partner bleibt die Zukunft der 3.500 Neonbuchstaben ungewiss. Bis zur endgültigen Schließung zum Jahresende lotet das Team weiterhin Möglichkeiten aus.

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